Geretsried: Tuberkulosefall an Realschule

An der Geretsrieder Realschule ist ein Tuberkulosefall bekannt geworden.

Die Diagnose wurde gestellt, nachdem in einem Rinderbestand im Nordlandkreis das Bakterium nachgewiesen wurde. Die Tiere wurden geschlachtet und beseitigt. Der Betrieb wurde amtlich gesperrt.

Im Zuge der Untersuchung der Familie wurden zwei weitere Personen positiv getestet – sie werden ebenfalls medizinisch behandelt. Da das betroffene Kind (welches Ende Dezember positiv getestet wurde) mehr als 40 Stunden Kontakt mit Mitschülern hatte, informierte das Gesundheitsamt zusammen mit der Klassenleitung die betroffenen Eltern der Geretsrieder Realschule am Montagabend. Die betroffenen Mitschülerinnen und Mitschüler, sowie die Lehrkräfte des Kindes werden nun getestet.

Hintergrund Rindertuberkulose:

Die Rindertuberkulose kommt in unseren Breitengraden nur sehr selten vor. Deutschland gilt als amtlich frei von Rindertuberkulose, so ist bisher unklar, wie der Erreger in den Bestand eingeschleppt wurde. Eine Übertragung vom Rind auf dem Menschen ist zudem sehr ungewöhnlich. Eine Übertragung von Rind zu Rind ist hingegen durchaus möglich.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf das Bakterium, in der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit aber nicht aus. Falls die Tuberkulose tatsächlich ausbricht, vergeht bis dahin in der Regel längere Zeit. Ansteckend ist sie nur, wenn es sich wie in diesem Fall um eine offene Tuberkulose handelt. Der Nachweis beim Menschen erfolgt über das sogenannte Sputum, also den Auswurf, der z.B. beim Husten entsteht. Bei dem Kind wurde das Sputum untersucht. Das Bakterium konnte dabei nur kulturell, also angezüchtet, nachgewiesen werden. Es war nicht direkt unter dem Mikroskop sichtbar. Es ist daher von einer geringen Ansteckungsfähigkeit auszugehen.

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